Unternehmensgeschichte

Die Geburtsstunde der Pfalzwerke schlug am 17. Dezember 1912. Geburtshelfer war Oskar von Miller: Der namhafte Technikpionier ist auch als Gründer des Deutschen Museums in München bekannt geworden.

Einfach hatte es der Strom damals nicht, Einzug in Stuben und Unternehmen zu halten. Um 1900 war er für viele unerschwinglich. Betriebe und Kommunen hatten zudem gerade erst in die damals hochmoderne Gasversorgung investiert. Misstrauen und Angst vor der unsichtbaren Energiequelle bildeten eine zusätzliche Barriere. Erst die Gründung einer elektrischen Überlandzentrale der Pfalzwerke verhalf dem Strom in der Region zum Durchbruch.

Am 17. Dezember 1912 gründeten der Kreis Pfalz, die Städte Ludwigshafen, Homburg und Frankenthal sowie die Rheinische Schuckert-Gesellschaft die Pfalzwerke Aktiengesellschaft. Hauptsitz des neuen Unternehmens, das damals über ein Aktienkapital von 7,25 Millionen Mark verfügte, war Ludwigshafen am Rhein. Die Aktionäre brachten ihre Kraftwerke in Ludwigshafen (3.500 Kilowatt), Edenkoben (1.200 Kilowatt) und Homburg (370 Kilowatt) in die Gesellschaft ein.

Schon bei ihrer Gründung mussten die Pfalzwerke Rücksicht nehmen auf die politischen wie technischen Voraussetzungen in ihrem Versorgungsgebiet. So beharrten zahlreiche Gemeinden auf Sonderrechten: Wo es schon früh eine eigene kommunale Versorgung gegeben hatte, behielt man das Recht, die elektrische Energie im Ortsbereich zu verteilen. Daraus entstand die Aufteilung in A- und B-Gemeinden, wie sie bis heute anzutreffen ist.

Am 30. Juni 1913 waren 36 Gemeinden mit 210.000 Einwohnern ans Netz der Pfalzwerke angeschlossen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 55 Kilowattstunden pro Person betrug der Jahreskonsum in dieser Zeit gerade mal 15 Millionen Kilowattstunden. Doch Prognosen, die bei der Gründung noch als utopisch galten, wurden durch die tatsächliche Entwicklung bald weit übertroffen.

Im Jahr 1927, zwanzig Jahre früher als erwartet, erreichte die Stromabgabe 100 Millionen Kilowattstunden. Sie verdoppelte sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Nach erheblichen Kriegsschäden an den Anlagen der Pfalzwerke war ein Neubeginn erforderlich. Ein umfangreiches Bauprogramm zur Verbesserung der Transport- und Umspannkapazitäten ließ den Stromverbrauch bereits 1951 wieder auf 230 Millionen Kilowattstunden klettern.

Im Jahr 1960 überschritten die Pfalzwerke erstmals die Milliarden-Grenze, Ende der Sechziger Jahre näherte man sich einem Stromverbrauch von drei Milliarden Kilowattstunden.

Heute bewegt sich die Stromabgabe bei jährlich 7 Milliarden Kilowattstunden für 1,6 Millionen Menschen im 6.000 Quadratkilometer umfassenden Gebiet der Pfalz und des Saarpfalz-Kreises.