Ludwigshafen, 03. Mai 2017

Pfalzwerke legen Jahresabschluss 2016 vor

- Konzern-Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert
- Weiterhin konsequente Strategie in verschlechtertem Umfeld
- Dividendenausschüttung der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT von sechs Euro pro Stückaktie

„Insgesamt sind die sich ständig wandelnden und immer komplexer gestalteten Rahmenbedingungen eine große Herausforderung für unser Unternehmen. Sie führen nicht nur zu zusätzlichen administrativen Aufwendungen, sondern auch zu tiefgreifenden Veränderungen der Marktbedingungen. Dadurch wird die Planung unternehmerischer Aktivitäten stark erschwert, und wir müssen unsere Geschäftsmodelle laufend anpassen, um im Wettbewerb zu bestehen. Es ergeben sich daraus jedoch auch neue Marktchancen – und die Pfalzwerke sind gut aufgestellt, um solche Chancen zu nutzen“. Dieses Fazit zog René Chassein, technischer Vorstand der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT, auf der heutigen Hauptversammlung des Unternehmens im Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrum.

Die Geschäftszahlen im Pfalzwerke-Konzern

Die 36 zur Unternehmensgruppe gehörenden Gesellschaften erwirtschafteten einen Umsatz von 1.455,5 Millionen Euro. Dies ist verglichen zum Vorjahr 123,4 Millionen Euro weniger, was maßgeblich mit dem Umsatzrückgang in der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT aufgrund des Absatzrückgangs im Stromgeschäft, der Weitergabe gesunkener Beschaffungspreise an Kunden sowie nicht realisierter Windkraftanlagen zusammenhängt. Bei Privat- und Gewerbekunden stehen den gesunkenen Beschaffungspreisen höhere Umlagen gegenüber. Der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT ist es gelungen, für ihre Privat- und Gewerbekunden ein stabiles Preisniveau beizubehalten. Gegenläufig nahmen die Umsatzerlöse der Pfalzwerke Netz AG zu, was nicht auf einen Anstieg der Netzentgelte, sondern im Wesentlichen auf einen Anstieg der Umlagesätze und der Ausgleichszahlungen des Übertragungsnetzbetreibers für die Einspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz zurückzuführen ist.

Mit einer Belegschaft von 1.096 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzielte der Pfalzwerke-Konzern ein Betriebsergebnis in Höhe von 90,0 Millionen Euro, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 10,2 Millionen Euro entspricht. Enthalten ist hier eine Sonderbelastung aus der vollständigen Berücksichtigung des BilMoG-Unterschiedsbetrags für Pensionsrückstellungen, so dass sich das vergleichbare Betriebsergebnis auf 99,0 Millionen Euro beläuft.

Das Konzern-EBIT betrug 93,9 Millionen Euro und lag damit ebenfalls leicht unter dem Vorjahreswert (98,0 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern verdoppelte sich auf 80,9 Millionen Euro (Vorjahr: 39,5 Millionen Euro). Dieser Anstieg beruht im Wesentlichen auf einem geringeren Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen infolge der Rechnungszinsänderung durch den Gesetzgeber. Der Konzern-Jahresüberschuss liegt mit 53,7 Millionen Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahresergebnis von 12,9 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn stieg um circa 16,6 Millionen Euro auf 42,5 Millionen Euro.

Die Geschäftszahlen der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT

Die Umsatzerlöse der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT betrugen im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 971,9 Millionen Euro. Maßgeblich bedingt durch den Absatzrückgang im Stromgeschäft und die Weitergabe gesunkener Beschaffungspreise an Kunden, aber auch durch die verschobenen Projektierungen und Verkäufe von Windkraftanlagen, ist der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 115 Millionen Euro zurückgegangen. Den Vorjahreswert (66,3 Millionen Euro) hingegen deutlich übertraf das EBIT mit 79,0 Millionen Euro. Dies ist insbesondere auf die deutlich höhere Ergebnisabführung der Pfalzwerke Netz AG zurückzuführen, die ihr Ergebnis vor Steuern um 16,9 Millionen Euro auf 49,5 Millionen Euro steigern konnte.

Signifikant verbesserte sich – maßgeblich verursacht durch die Änderungen des Gesetzgebers beim besagten HGB-Rechnungszins – das Zinsergebnis (-4,8 Millionen Euro, 2015: - 37,1 Millionen Euro) und damit auch das Ergebnis vor Steuern, welches von 29,2 Millionen Euro (2015) auf 74,2 Millionen Euro stieg. Unter Berücksichtigung der Steuern auf Einkommen und Ertrag (23,0 Millionen Euro, Vorjahr: 22,6 Millionen Euro) weist die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT einen gegenüber Vorjahr deutlich gestiegenen Jahresüberschuss in Höhe von 51,2 Millionen Euro (Vorjahr 6,6 Millionen Euro) aus. Die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT schüttet 2016 eine Dividende von sechs Euro pro Stückaktie aus. Dies entspricht einem Ausschüttungsvolumen von 11,1 Millionen. Gleichzeitig erfolgt eine Zuführung in die Gewinnrücklagen in Höhe von 25,0 Millionen Euro zur Stärkung der Eigenkapitalquote.

Große Schritte beim Ausbau der Erzeugungsanlagen sowie des Verkehrssektors

Im Bereich der Energiedienstleistungen wurden insbesondere mit dem Bau von dezentralen Erzeugungsanlagen 2016 wichtige Projekte realisiert. Dazu zählen etwa ein Neubauquartier in Mannheim-Ilvesheim und eines der größten Blockheizkraftwerke von Rheinland-Pfalz für die FFR – Fernwärmeversorgung Flugplatz Ramstein GmbH, für welches 2016 die Genehmigung erteilt wurde. Weitere Bespiele sind der Pfalzbau in Ludwigshafen, wo Planung, Bau, Betrieb und Wartung für eine Kälteanlage übernommen wurden, mehrere Windkraftanlagen, z. B. in Kindenheim, und relativ neu: das Geschäftsfeld Infrastruktur für Elektromobilität. Hier erhielten die Pfalzwerke den Zuschlag für die Errichtung und Betriebsführung von neun Schnellladesäulen im Landkreis Kusel.

Vertrieb Strom und Gas

Der Wettbewerbsdruck im Strom- und Gasgeschäft ist in Deutschland weiterhin hoch. Im Gasgeschäft entwickelte sich das Geschäft der Pfalzwerke mit Stadt- und Gemeindewerken besonders gut. Im äußerst wettbewerbsintensiven Privat- und Gewerbekundensegment ging die Vertriebsabgabe der Pfalzwerke beim Strom allerdings zurück, obwohl trotz gestiegener Umlagen die Preise stabil gehalten wurden. Vor diesem Hintergrund ist es ein Erfolg, dass rund 95 Prozent der auslaufenden Ökoverträge um weitere zwölf Monate verlängert werden konnten und die Online-Marke 123energie 10.000 Kunden hinzugewonnen hat. Deren Beliebtheit spiegelt sich auch in diversen Auszeichnungen wider, z.B. der „Kundenliebling“ oder der Fairness-Preis. Ein weiterer Erfolg in 2016: Mit ALDI SÜD wurde eine Vertriebskooperation umgesetzt. Seit November ist ein 123energie-Produkt als ALDI Grünstrom in allen ALDI-SÜD-Filialen erhältlich.

Netzausbau und Modernisierung der Stromnetze fortgesetzt

Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistete erneut die Pfalzwerke Netz AG im Bereich des Netzausbaus. Durch den Anschluss einer wachsenden Zahl regenerativer Anlagen werden die Stromnetze vor immer größere Herausforderungen gestellt. Zum Jahresende 2016 waren an das Netz der Pfalzwerke Netz AG rund 21.900 Photovoltaikanlagen, 250 Windenergieanlagen, 48 Wasserkraftanlagen sowie 40 Biomasseanlagen angeschlossen, die insgesamt über eine installierte Leistung von über 950 MW verfügen. Die steigende Auslastung der Verteilnetze macht folglich neben dem reinen Substanzerhalt auch die Netzerweiterung sowie Investitionen in verbesserte Verfahren zur Netzsteuerung, welche 2016 etwa als Teil der Forschungsprojekte Cellstore und dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Verbundprojektes „Designetz“ erforscht wurden, erforderlich. Insgesamt tätigte die Pfalzwerke Netz AG im Geschäftsjahr 2016 Investitionen in Höhe von 43,3 Millionen Euro und finanzierte Instandhaltungsmaßnahmen in Höhe von 27,0 Millionen Euro.

Wachstum auch bei den Tochtergesellschaften

Die 100-Prozent-Tochter PFALZSOLAR GmbH konnte sich 2016 sowohl auf dem hart umkämpften Freiflächensolarmarkt behaupten als auch ihre internationale Ausrichtung mit Projekten in Großbritannien und USA weiter verfolgen. Auch die Geschäftsbereiche Privat- und Gewerbekunden und technische Betriebsführung entwickelten sich erfreulich.

Die für Informations- und Kommunikationsdienstleistungen tätige PFALZKOM/MANET baute 2016 ein neues Datacenter in Mutterstadt und hat sich im Rahmen ihres verstärkten Partnering-Konzeptes u.a. an der Network Engineering GmbH in Speyer beteiligt.

Ausblick

Insgesamt war das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2016 relativ instabil. Die Pfalzwerke konnten sich in diesem Marktumfeld dennoch sehr gut behaupten und sind mit der operativen Ergebnisentwicklung sehr zufrieden. Dr. Werner Hitschler, kaufmännischer Vorstand der PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT, blickt auch optimistisch in das nächste Geschäftsjahr: „Die Entwicklung des energiewirtschaftlichen Umfelds stellt zunehmend höhere Anforderungen an die Unternehmensleitung, die Führungskräfte und die Mitarbeiter des Konzerns. Wir werden jedoch nicht nachlassen in unseren Anstrengungen, Prozesse laufend zu optimieren, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Unsere Mitarbeiter werden in die Entscheidungsprozesse einbezogen, unsere ausgeprägte Innovationskultur werden wir weiterhin pflegen und die Energiewende aktiv mitgestalten. Wir werden auch künftig die Kompetenzen der gesamten Pfalzwerke-Gruppe nutzen und bei der Entwicklung von neuen Vertriebskanälen und innovativen Angeboten eng zusammenarbeiten. Nicht zuletzt auch, weil wir die Erfordernisse der Digitalisierung frühzeitig erkannt und umgesetzt haben, sind wir überzeugt, dass sich die Pfalzwerke auch in den kommenden Jahren in einem schwierigen Branchenumfeld erfolgreich behaupten werden.“

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