Bundesförderung hebt Nahwärmeversorgung für Nidda auf nächste Stufe
Anfang März erhielt die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT als verantwortliches Unternehmen für Planung, Umsetzung und künftigen Betrieb des Nahwärmenetzes in Nidda eine Förderzusage über 2,5 Millionen Euro aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Die zugesicherte Förderung ist ein Meilenstein für die Wärmewende in Nidda, denn durch diese finanziellen Mittel kann das Projekt deutlich umfangreicher umgesetzt werden. Somit profitieren künftig auch die Anliegerinnen und Anlieger der Innenstadt.
„Ohne diese Förderung wäre das Vorhaben in dieser Größenordnung nicht realisierbar gewesen. Sie ist ein klares Signal aus Berlin, dass wir ein zukunftsweisendes Projekt vorantreiben. Jetzt haben wir Planungssicherheit, wir können Aufträge vergeben und mit konkreten Maßnahmen beginnen“, erklärt Sebastian Koch, Teamleiter Wärmevertrieb, Pfalzwerke.
Vorteile für Bürgerinnen, Bürger und Gewerbe
Die Pfalzwerke investieren in den Aufbau von Heizwerk und Nahwärmenetz in Nidda. Die nun bestätigte Förderung war eine Voraussetzung, dass die größere Ausbaustufe inklusive Innen-/Altstadt wirtschaftlich realisiert werden kann und sie fließt auch in die Preisgestaltung ein. Den zukünftigen Wärmekundinnen und -kunden können so attraktive Preise für die Nahwärmeversorgung angeboten werden. Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer – ob privat oder gewerblich – erhalten die Chance auf einen zukunftsfähigen Anschluss. Sie können dadurch CO₂-Emissionen reduzieren, die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen, haben langfristige Planbarkeit und zuhause mehr Platz durch den Wegfall fossiler Heiztechnik.
„Wir freuen uns, dass das Projekt nun endlich in die Umsetzungsphase kommt und wir einen derart leistungsstarken Partner an unserer Seite haben. Wir leisten mit diesem Projekt einen starken Beitrag zur kommunalen Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Energieversorgung in turbulenten Zeiten“, so Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard.

Projekt im Überblick: Nachhaltige Nahwärmeversorgung
Bereits 2023 haben die Pfalzwerke im Auftrag der Stadt Nidda ein Versorgungskonzept im Rahmen eines integrierten Quartierskonzepts erstellt. Mitte Juli 2024 wurde ein Vorvertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Dieser regelt den Aufbau und Betrieb der Nahwärmeversorgung sowie die Maßnahmen und Konditionen der Versorgung der kommunalen Liegenschaften. Das Versorgungskonzept basiert auf einem modularen Energiemix: Eine stromoptimiert gesteuerte Wärmepumpe versorgt in den Sommermonaten das Netz, im Winter übernimmt ein Biomassekessel den Hauptanteil der Wärmebereitstellung. Durch die Bundesförderung können nun neben den kommunalen Liegenschaften auch öffentliche und private Gebäude in den angrenzenden Stadtgebieten angeschlossen werden.
„Das Projekt ist ein Vorbild für zukunftsorientierte Wärmeversorgung auf kommunaler Ebene, die wirtschaftlich tragfähig und ökologisch sinnvoll umsetzbar ist“, so Hakan Dicel, Experte Vertrieb Wärme der Pfalzwerke.
Bisherige Schritte und Ausblick
· Juli 2024: Unterzeichnung Vorvertrag zwischen Nidda und Pfalzwerke
· 2. Halbjahr 2024: Ausarbeitung der Feinanalyse und Abstimmung mit der Stadt
· Februar 2025: Erste Bürgerinformationsveranstaltung
· März 2025: BEW-Förderzusage über 2,5 Mio. Euro
· Ende 2025: Baubeginn Heizwerk mit Wärmepumpe und Biomassekessel
· Ab 2026: Erste Netzausbaustufe mit kommunalen Gebäuden und interessierten Anliegern im direkten Bauabschnitt
· Ab 2028: Zweite Ausbaustufe mit Erweiterung auf Innenstadt und weitere Interessierte
BEW-Förderung als Fundament der kommunalen Wärmewende
Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist ein zentrales Instrument der Bundesregierung zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Sie unterstützt den Aufbau klimafreundlicher Wärmenetze und fördert unter anderem Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Wärmeerzeugung. Ziel ist, dass bis 2030 mindestens 50 Prozent der Wärme in geförderten Netzen aus erneuerbaren Quellen oder unvermeidbarer Abwärme stammen.